FAQ's

Welche Berufsziele sind nach der Rudolf Steiner Schule möglich?

Die Rudolf Steiner Schule ist eine Schule für normal begabte Kinder. Die ehemaligen Schüler und Schülerinnen der Rudolf Steiner Schule findet man heute in allen Berufen. Es gibt Handwerker, Lehrer, Unternehmer, Ärzte ebenso wie Forscher, Bauern, Professoren, Musiker, Maler und Filmstars.

Ist die Rudolf Steiner Schule eine Weltanschauungsschule?

Im Unterricht werden die religiösen Bedürfnisse der Kinder frei von jeder konfessionellen Bindung gepflegt. Familien verschiedener Religionen können sich hier frei begegnen.
Im Vordergrund steht die pädagogische Methode.

Wie wird die Schule dem einzelnen Kind gerecht?

Jedes Kind bringt individuelle Stärken und Schwächen mit ins Leben. Diese sind, wie viele Biografien zeigen, nur zum Teil aus der Vererbung und dem Milieu zu erklären. Eine fruchtbare Erziehung kommt zustande, wenn die Erziehenden von tiefem Respekt vor der geistigen Individualität jedes jungen Menschen erfüllt sind. Mit gutem Willen kann jeder, der mit Kindern zu tun hat, erleben und erkennen, dass durch sie fortwährend neue geistige Impulse auf die Erde kommen. In der Rudolf Steiner Schule ist dies ein zentraler Punkt der pädagogischen Grundhaltung.

Brauchen alle Kinder die gleiche Schulbildung?

Es gibt heute Bestrebungen, beim einzelnen Kind zu untersuchen, wo seine besonderen Begabungen liegen, und diese dann so weit wie möglich zu steigern. Man glaubt, dass dadurch der Mensch im späteren Leben besonders erfolgreich und nützlich werden könne. Die Rudolf Steiner Schule geht davon aus, dass jedes Kind eine umfassende, vielseitige Allgemeinbildung braucht, damit es sich als ganzer Mensch entwickeln kann.

Warum gibt es in der Rudolf Steiner Schule keine Selektion?

Die Schüler und Schülerinnen bleiben vom ersten bis zum letzten Schuljahr in der gleichen Klasse beisammen. Sie lernen so, sich in ihrer Verschiedenheit gegenseitig anzuerkennen und zu respektieren. Innerhalb der Klassen wird eine Differenzierung dadurch vorgenommen, dass unterschiedliche Aufgaben gestellt oder die Ergebnisse nach unterschiedlichen Massstäben bewertet werden.

Gibt es Noten oder eine andere Lernbeurteilung?

Noten und Punktbewertungen gibt es in den oberen Klassen, damit die Schüler wissen, wo sie im Vergleich zu ihren Kollegen in anderen Schulen stehen. Die Erfolgskontrolle ist aber auch schon vorher wichtig. Die Lehrkräfte verwenden daher grosse Sorgfalt auf die Formulierung von Textzeugnissen. Auf Wunsch bekommen alle austretenden Schüler ein Notenzeugnis. Kompetenznachweise und die «admission sur dossier» spielen in der heutigen Zeit eine immer grössere Rolle. Daher sammeln die Schüler/-innen in den obersten Klassen ausgewählte Werke und Beurteilungen in einer (selbst hergestellten) Mappe.

Was kann mit dem Abschlusszeugnis der Rudolf Steiner Schule gemacht werden?

Die Abschlusszeugnisse der Rudolf Steiner Schulen finden bei vielen weiterführenden Schulen und bei Lehrmeistern gute Anerkennung. Der vollständige Bildungsgang der Rudolf Steiner Schule schliesst mit dem 12. oder 13. Schuljahr ab. In Biel können zurzeit 10 Schuljahre besucht werden. Danach ist ein Übertritt in eine andere Rudolf Steiner Schule, vor allem in Solothurn und Bern möglich. Dort kann die 11. und 12. Klasse der «Integrativen Mittelschule» besucht werden. Nach der 12. Klasse ist ein Übertritt in die zweit oberste Klasse des Gymnasiums oder in eine Berufslehre möglich. Der allgemeinbildende Unterricht in der Berufsschule muss dann nicht mehr besucht werden. Die Mittelschule Regio Jurasüdfuss ROJ in Solothurn bietet eine Fachmittelschule an, in der im 13. Schuljahr die Fachmaturität erworben werden kann.

Ist der Kindergarten wichtig?

Es gibt heute immer wieder Bestrebungen, schon im Kindergarten-Alter mit Schulunterricht anzufangen. Man meint, das Kind komme in der Schulbildung weiter, je früher damit begonnen wird. Aus den Erfahrungen der Rudolf Steiner Schulen wissen wir aber, dass es besser ist, die Kinder nicht vor dem Zahnwechsel an Buchstaben und Zahlen heranzuführen. Das kleine Kind lernt nicht durch Denken, sondern durch Tun.

In welchen Schulen findet man Anschluss nach einem Umzug?

Alle Rudolf Steiner Schulen und Waldorfschulen in der Welt basieren auf den gleichen Grundsätzen des Lehrplans. Man kann daher sehr gut von einer dieser Schulen in eine andere übertreten. Die jungen Menschen, die nach der Methodik der Rudolf Steiner Schulen geschult worden sind, zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich leicht auf neue Situationen einstellen können. Diese Fähigkeit ist auch hilfreich, wenn sie in einen anderen Schultypus übertreten.

Erreichen die Schüler die gleichen Ziele wie in den Staatsschulen?

Manche Dinge werden in der Rudolf Steiner Schule später gelehrt als in staatlichen Schulen, andere früher. Wir beobachten , dass Schüler, die in ein Gymnasium oder eine Sekundarschule übertreten, dort sehr gut mitkommen. Viele von ihnen erreichen problemlos die Maturität oder bewähren sich in der von ihnen gewählten Berufslehre.Es gibt auch Unterrichtsinhalte, in denen die Schüler der Rudolf Steiner Schule den Schülern der Staatsschule voraus sind. Fremdsprachen werden in der Rudolf Steiner Schule von der 1. Klasse an unterrichtet, weil dadurch die Sprachfähigkeit ganz allgemein entwickelt werden kann.
Das Bruchrechnen beginnt in der Rudolf Steiner Schule in der 4. Klasse, weil es dann für die seelische Entwicklung der Kinder wichtig ist.

Was spielen die Eltern für eine Rolle?

Die Eltern sind in mehreren Beziehungen Mitgestalter der Schule. Zwar verantworten die Lehrer Tag für Tag den Unterricht selbst. Sie sind aber auf eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern angewiesen. Nur wenn diese Zusammenarbeit spielt, bekommen die Kinder das, was sie brauchen.
Auch für den Kontakt zwischen den Eltern gibt es viele Gelegenheiten, an Elternabenden, Schulfesten, bei Aufführungen der Schüler, am Basar und bei gemeinsamer Arbeit.

Ist die Privatschule nur für reiche Familien erschwinglich?

Für die Verantwortlichen ist es das oberste Ziel, dass alle Kinder, deren Eltern es wünschen, die Rudolf Steiner Schule besuchen können. Das ist auf Grund eines eigenen und bewährten Finanzierungsmodells möglich. Wichtigste Voraussetzung ist die offene und transparente Zusammenarbeit

Wer war Rudolf Steiner?

Rudolf Steiner wurde 1861 als Bürger der österreichisch-ungarischen Doppel-monarchie geboren und lebte und wirkte von 1913 bis 1925 in Dornach im Kanton Solothurn.
Steiner gab bahnbrechende Anregungen für die Pädagogik (Schulunterricht), für die Landwirtschaft, für die Medizin, für die Künste (Malerei, Architektur, Theater) und für die Wissenschaft. 1919 gründete er in Stuttgart die «Waldorfschule» und leitete sie bis 1924.